Ankunft in Lima

Ankunft in Lima

Ich bin in Lima. Heil angekommen nach einem langen Flug und gut untergekommen in einer kleinen Pension irgendwo in der Nähe des Flughaftens. (Wobei hier durchaus eine peruanische Vorstellung von Nähe gemeint ist: Es waren immer noch 20 Minuten Taxifahrt.) Die 12,5 Stunden Flug zogen sich wie eine Ewigkeit, jedoch war der Flug nicht so unbequem wie ich erwartet hatte. Da am Flughafen Amsterdam wegen eines Unwetters Chaos herrschte, haben viele Passagiere es nicht zu ihrem Flug geschafft. Somit blieben viele Plätze leer und man hatte Platz, um sich auszustrecken. Das vegane Essen war sogar relativ Ayahuasca-kompatibel.

Als der Flieger langsam von Brasilien nach Peru rüber glitt, bekam ich das erste Mal kalte Füße in Bezug auf diese Reise. Hinter den Wolken ging die Sonne unter, unter uns war der Regenwald durch die Wolken zu erahnen und es war stockfinster soweit das Auge reichte. Wenn man abends über Europa fliegt, sieht man selbst in dünn besiedelten Gegenden irgendwo Lichter. Es gibt Straßenlaternen, Dörfer, blinkende Windkrafträder – richtige Dunkelheit gibt es bei uns nicht. Dass der Regenwald nachts dunkel ist, war mir ja klar. Doch beim Flug darüber wurde mir erst das Ausmaß bewusst: 1000km ohne Zivilisation! Darin soll ich schlafen und psychedelische Getränke trinken? Ich muss verrückt geworden sein! Hinzu kommt, dass mir nicht klar war, dass es hier um 18 Uhr schon dunkel ist. Das bedeutet, die Tage werden sehr kurz und die Nächte im Dschungel sehr lang sein.

In meiner Pension gibt es nichts weiter als mein Zimmer, dessen Dusche leider nur kaltes Wasser hergibt. Der Wirt fragte mich, ob das erste Mal in Südamerika sei und was ich hier machen würde. Ich sagte, ich fliege weiter nach Iquitos. “Zum Ayahuasca?” fragte er gleich. “Ja” sagte ich etwas beschämt. “Ist klar, machen alle. Deswegen kommen sie alle her,” schob er nach. Zumindest muss man sich dafür hier nicht erklären.

Beim Frühstück stellte ich dann fest, dass man dafür, dass hier angeblich ständig Leute zum Ayahuasca vorbeikommen, doch sehr schlecht auf diese Touristengruppe vorbereitet ist. Das Frühstück war ein Trauerspiel: Brötchen (die waren lecker), ein Stückchen Margarine, ein Klecks Marmelade, Fruchtnektar aus Wasser, Zucker und Konzentrat, und Nescafé Instantpulver. Bis auf die Brötchen null kompatibel. Zum Glück hatte ich noch ein gekochtes Ei dabei, das ich mir gestern als eiserne Reserve aufgehoben hatte. Ich wusste schon, wofür.

Heute morgen war ich bereits um 4 Uhr wach und konnte nicht mehr schlafen. Jetlag. Habe es dann ab 5 Uhr auch nicht länger versucht, sondern per WhatsApp nach Hause korrespondiert. Gleich kommt mein Taxi zum Flughafen, dann geht es weiter nach Iquitos. Endlich ins Warme! Lima ist arschkalt.

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