Besuch auf einer Kaffeefarm

Besuch auf einer Kaffeefarm

Am Sonntag war ich in der Nähe von Salento noch auf einer Kaffeefarm. Salento liegt in der Zona Cafetera, der Region Kolumbiens, in der aufgrund des idealen Klimas der meiste Kaffee des Landes angebaut wird. Die Tour war ganz schön und interessant, allerdings auch sehr aufbereitet für Touristen und insgesamt viel zu schnell. In einer Stunde wurde man durch die verschiedenen Fertigungsstadien geführt – bzw. eigentlich eher getrieben. Denn zum Nachdenken oder Luftholen blieb keine Zeit, für Fragen schon gar nicht. Man hätte sich gut zwei Stunden und länger Zeit nehmen können für das Programm. Inklusive Transfer und Kaffee-Verkostung hat es 7 Euro gekostet. Ich hätte gern auch mehr bezahlt für etwas mehr Ruhe und Tiefe.

Dennoch habe ich einiges über Kaffeeanbau gelernt. Es ist ein schwieriges und wenig ertragreiches Geschäft. Ich war erstaunt, dass ein Kaffeebaum eine Lebensdauer von nur 20 Jahren hat, von denen er gerade einmal 14 Jahre trägt. Zwischen den Kaffeepflanzen werden Bananenstauden angebaut, von denen die Kaffeebäume Nährstoffe und Schatten erhalten. (Es hat mich beruhigt zu sehen, dass die Bananenstauden hier genauso trist aussehen wie meine zu Hause.)

Für die Ernte laufen Arbeiter durch das Dickicht der kleinen Kaffeebüsche und pflücken von Hand die roten Bohnen. Während der Erntesaison erhalten sie nur 0,16 € pro Kilogramm. Später erfuhr ich auch, warum man in Südamerika so schwer guten Kaffee findet, obwohl er hier doch wächst: Die Bohnen werden in unterschiedliche Güteklassen eingeteilt und auch in unterschiedlichen Güteklassen geröstet. Die mit hoher Güte gehen in den Export, die minderwertigsten bleinen in Südamerika.

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