Ankunft in Kolumbien

Ankunft in Kolumbien

Seit fast einer Woche bin ich in Kolumbien. Letzten Sonntag bin ich von Cusco nach Bogotá geflogen und kam abends gegen 23 Uhr an. Bei der Taxifahrt vom Flughafen ins Hotel wurde mir deutlich, warum Reiseführer grundsätzlich vor Taxifahrern warnen: Ich kam aus dem Flughafen und wurde von einem Mann angesprochen, ob ich ein Taxi brauche. Er hätte offizielle (die gelben) Taxis. Ich fragte, was es kosten würde zu meinem Hotel, das 3 km entfernt lag. Er antwortete 30.000 Pesos, also umgerechnet 10 Euro. Ich antwortete, dass dies sehr teuer sei für die kurze Strecke und er antwortete, das sei so bei offiziellen Taxis.

Da ich zu müde zum Handeln oder Weitersuchen war, stimmte ich zu und er führte mich auf einen dunklen Parkplatz, auf dem keine gelben Taxis standen. Plötzlich tauchte ein anderer Mann auf, der angeblich der Fahrer sei. Ich fragte wohin wir gingen, hier seien doch gar keine gelben Taxis. Da antwortete der erste Mann, wir würden mit einem Uber fahren. Da wusste ich, dass es Zeit war, die Beine in die Hand zu nehmen. Ich drehte mich um, rannte zurück zum Flughafengebäude und sprang in das nächste gelbe Taxi.

Der Fahrer sagte, es koste 25.000 Pesos bis zum Hotel – immerhin ein bisschen weniger. Auf der Fahrt erklärte er mir, mein Hotel sei gar kein richtiges Hotel, es sei eine Wohngegend, und nicht gerade eine gute. Ich fragte, ob es dort gefährlich sei. Er antwortete „Ja, ein bisschen“ und warf mir einen Stapel Broschüren von anderen Hotels in den Schoß. Auch diese Masche war mir all zu durchsichtig, also ließ ich mich – trotz der „Warnung“ – zu meinem Nicht-Hotel in der angeblich gefährlichen Gegend fahren. Am Ende war es ein richtiges Hotel, das sogar einen Portier im Anzug hatte, der mir meinen Rucksack aufs Zimmer trug.

Von Bogotá selbst hab ich nicht viel gesehen, da ich gleich am nächsten Morgen wieder zum Flughafen bin, um nach Medellín zu fliegen. In Medellín übernachtete ich im Casa de Kiwi, das mir jemand in Cusco empfohlen hatte. Das Casa de Kiwi war ein richtiges Backpacker Hostel: voll mit jungen Leuten, die nichts weiter im Sinn hatten als rumzuhängen und Party zu machen. Nicht wirklich meine Umgebung, aber zumindest das Hostel an sich war gut.

An meinem ersten kompletten Tag machte ich eine Pablo Escobar Tour, die man im Hostel buchen konnte. Zwei Niederländerinnen und ich wurden drei Stunden lang von einem Guide durch die Stadt gefahren, um die Plätze von Pablo Escobar zu besuchen und uns Geschichten über sein Wirken und seinen Einfluss auf Kolumnien anzuhören. Während Escobar in der Serie „Narcos“ noch eine große Faszination auf mich ausgeübt hatte, fand ich ihn in den Geschichten dieses Kolumbianers einfach nur kaltblütig, grausam und gestört. Er hat diesem Land wirklich Schreckliches angetan.

Am Nachmittag machte ich eine Stadtrundfahrt mit dem Bus, war aber wenig begeistert von dem, was ich sah. Die Stadt hat wenig Attraktives zu bieten – sie ist eine Mischung aus Slums und Business-Gegenden. Ich hatte mir voller Optimismus ein Busticket für 24 Stunden gekauft, hatte am Tag darauf allerdings keine Muße mehr, noch einmal auf Besichtigungstour zu gehen. Stattdessen verbrachte ich den Tag entspannt im Hostel, da ich noch ziemlich fertig war von der Cusco-Woche und der Reise nach Kolumbien. Mein einziges Werk bestand darin, meine Weiterreise nach Salento zu organisieren.

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